Im letzten Jahrtausend, mit 12 Jahren, habe ich meine erste Rolle Film verknipst. Das Ergebnis der Aufnahmen war überraschend schlecht. Ich war entsetzt aber auch angespornt, in Zukunft bessere Fotos zu machen. Mein Vater kaufte mir diverse Bücher über Fotografie. Mit dem nötigen Wissen, Übung und Leidenschaft machte ich mit 14 recht ansehnliche Bilder. Doch dann überholte mich der Rest des Lebens. Die Fotografie lag seitdem über 20 Jahre auf Eis. Erst als ich anfing, Natur- und Zeitrafferaufnahmen zu drehen, habe ich auch wieder Fotos gemacht. Irgendwie geht das auch ineinander über; Zeitraffer drehe ich mit digitalen Fotoapparaten, wegen maximaler Auflösung und Farbtiefe.

Beim Aufbau einer Nachtaufnahme. Weit und breit kein Mensch. Hier kann ich die Kamera über Nacht alleine laufen lassen.
Es ist schon März, noch ein letzter schöner Wintertag! Die ersten Edelweiss sind noch so klein. Das ist Millimeterarbeit. Edelweiss Kein Golf! Ausrüstung schleppen... 2 Achsen Zeitrafferkamerafahrt mit x- Parameter. 1 Fehler und der Aufwand war umsonst.
Was man alles so dabei hat... Eigenbau: Kran für Zeitrafferkamerafahrten. Mit der QDSLR App steuert das Tablet die Belichtung per wifi. 
Luxus: mit dem Auto bis zum Drehort fahren, hier mit Sonderbewilligung bei den schier endlosen Wildblumenwiesen im Engadin. Auf dem Weg zur Arbeit... Hurra, ein Bach! Und jede Menge Steine als Gegengewicht für den Kran Der Sonnenschirm ist ein wichtiger Teil der Ausrüstung. Aufbau einer Nachtaufnahme mit einer 2 Achsen Zeitrafferkamerafahrt. Jetzt keine Fehler machen, es ist Neumond, das Wetter passt und die Milchstrasse steht diesen Monat noch richtig. jquery lightbox google mapby VisualLightBox.com v6.0

Die einfachste Variante der Naturfotografie ist das Foto, einmal klick - wenn es nicht passt - einfach nochmal. Bewegte Aufnahmen erfordern etwas mehr Konzentration. Je länger eine Einstellung ist, umso mehr Faktoren gilt es zu berücksichtigen. Und damit kommen wir zum Zeitraffer. Vor Beginn der Aufnahme muss ich an alles denken. Wenn die Zeitrafferaufnahme läuft, kann man nichts mehr ändern, ohne die Aufnahme zu zerstören. Einen Zeitraffer zu drehen, kann man damit vergleichen, dass man ein Foto macht und nur einen Versuch hat. Dazu kommt, dass sich der Inhalt des Motivs über Stunden ändert: Himmelskörper wandern in/aus dem Bild oder es kann auch sein, dass der Bildinhalt aus dem Schärfebereich wandert, z.B.: Blumen richten sich auf, Schnee schmilzt. Ändern können sich auch die Umgebungsbedingungen: der Boden wird mit der wärmenden Sonne weich, dadurch sinkt das Stativ ein, was im Zeitraffer zum Wackeln der Kamera führt. Nachts kann das Objektiv beschlagen, sogar einfrieren.

Oft werde ich gefragt, ob die Aufnahmen echt wären. Abgesehen von der üblichen Retusche von Flecken,  Rauschen und Farbkorrektur sind die Aufnahmen so, wie die Kamera sie aufgenommen hat. Es sind keine Bildmontagen oder künstlich erzeugte Bilder.